Nachbarschaftshilfe

Nachbarschaftshilfe ist ein weitgefasster Begriff und kann grundsätzlich als eine freiwillige Unterstützung von Personen aus dem Umfeld verstanden werden, die nicht auf die Erzielung eines Einkommens ausgerichtet ist und nicht im eigenen Haushalt durchgeführt wird. Einige Bundesländer haben die Möglichkeit geschaffen sich als Nachbarschaftshilfe im Rahmen der Betreuung von Pflegebedürftigen anerkennen zu lassen. Notwendig hierfür ist das Vorliegen einer entsprechenden Rechtsverordnung gemäß § 45a Abs. 3 SGB XI. Diese Form der Nachbarschaftshilfe kann dann zu den Angeboten zur Unterstützung im Alltag gezählt werden, die dazu beitragen sollen Pflegepersonen zu entlasten und Pflegebedürftige in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Entlastungsbetrag

Nach § 45b SGB XI können alle Pflegebedürftigen (d.h. ab dem Pflegegrad 1), die in ihrer häuslichen Umgebung gepflegt werden und ambulante Leistungen der Pflegeversicherung beziehen, einen monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro in Anspruch nehmen. Dies sind insgesamt bis zu 1.500 Euro im Jahr. Der Entlastungsbetrag kann ohne eine vorherige Antragsstellung eingesetzt werden. Der Betrag steht unter anderem für die Angebote zur Unterstützung im Alltag und damit auch für anerkannte Nachbarschaftshilfe zur Verfügung. Der Entlastungsbetrag kann hier eine Möglichkeit darstellen die Nachbarschaftshilfe mit einer Aufwandsentschädigung zu honorieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Projekt und die Ziele

Das Modellprojekt „Förderung und Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements durch Servicepunkte“ wird durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchführt. Ziel ist es, die Versorgung von Menschen mit einem Hilfe- und Unterstützungsbedarf durch eine organisierte Nachbarschaftshilfe zu verbessern. Professionelle Versorgungsstrukturen sollen hierdurch sinnvoll ergänzt werden. Darüber hinaus wird auch darauf abgezielt, das nicht mehr selbstverständliche nachbarschaftliche Netzwerk zu fördern. Dies setzt begleitende Strukturen voraus, die aktuell durch sogenannte Servicepunkte in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen erprobt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Servicepunkte

In ausgewählten Organisationen wurden zur Unterstützung und Begleitung von Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfern, aber auch von Menschen mit einem Hilfebedarf, wie Pflegebedürftigen bzw. deren pflegenden Angehörigen die "Servicepunkte" eingerichtet. Sie informieren und beraten, vermitteln ggf. Kontakte und leiten durch den Paragraphendschungel, damit die Anerkennung im Rahmen der Nachbarschaftshilfe so niedrigschwellig wie möglich erfolgen kann. Sie stellen weiterhin immer ein offenes Ohr für Fragen dar und stellen Lösungen zur Verfügung, damit das Engagement möglichst langfristig gesichert bleibt. Hier geht es zu den Servicepunkten.