Kurzbeschreibung

Das Projekt Förderung und Unterstützung von bürgerschaftlich engagierten Einzelhelfern in der Pflege durch Servicepunkte wird vom Kuratorium Deutsche Altershilfe im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt.
Die Grundannahme ist, dass ein bislang nicht ausreichend in den Fokus genommenes gesellschaftliches Potenzial an nachbarschaftlicher Hilfsbereitschaft durch Einzelpersonen existiert. Die Motivlagen dieser weichen von den allgemeinen Erkenntnissen der Engagementforschung ab. Um sie zu gewinnen, bedarf es einer neuen Form von Ansprache, Begleitung sowie weiterer Anreize.
Hierfür sollen sogenannte Servicepunkte in bestehenden Einrichtungen und Organisationen aufgebaut werden. Diese stellen eine Unterstützungsstruktur für Einzelpersonen beziehungsweise angehende Einzelhelferinnen und Einzelhelfer bereit, die nach Landesrecht grundsätzlich anerkennungsfähig sind und sich betreuerisch bei Menschen mit einem Unterstützungs- und Hilfebedarf in ihrer Nachbarschaft bürgerschaftlich engagieren. Sie übernehmen Aufgaben, wie die Strukturierung des Tagesablaufs, der stundenweisen Betreuung sowie Begleitung im Alltag und helfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Ziel des Projektes ist die modellhafte Erprobung und Exploration des Konzepts der Servicepunkte zur Unterstützug von engagementbereiten Einzelpersonen. Im Speziellen geht es um die Analyse der Potentiale, Bedarfe und Formen von Einzelhelfern sowie der Funktion von Servicepunkten in der Förderung, Unterstützung und Begleitung ebendiesen Engagements.
Befördert wird der Aufbau der Servicepunkte durch eine Qualifizierung und kontinuierliche Umsetzungsbegleitung durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe und einer Anschubfinanzierung für die teilnehmenden Organisationen.

Projektverlauf

Bis September 2018 bündelt das KDA die Interessensbekundungen von bis zu 50 Organisationen, die sich an dem Aufbau von Servicepunkten beteiligen wollen. Für interessierte Organisationen bietet das KDA ab sofort dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter der 030 / 2218298 – 37 eine telefonische Auskunft an. Mit dem Abschluss der Absichtserklärungen mit den Organisationen beginnen ab September 2018 in den sechs ausgewählten Bundesländern die eintägigen Workshops und im Anschluss die achtwöchigen Online-Phasen. Hieran knüpft ab Oktober 2018 die Aufbauphase der Servicepunkte an, welche intensiv durch das KDA begleitet wird. Im weiteren Verlauf werden die Organisationen zu den moderierten Werkstatt-Tagen eingeladen. Die Zusammenarbeit zwischen dem KDA und den Servicepunkten mündet schließlich in einem länderübergreifenden Netzwerk. Zu diesem Zeitpunkt wird ebenfalls mit der Erstellung einer Handreichung mit einer Best-Practice-Analyse begonnen.

Projektverlauf

Wir suchen

Organisationen und Einrichtungen, die ihr Angebotsspektrum um einen neuen innovativen Baustein erweitern möchten, dazu bereit sind, aktiv an dessen Weiterentwicklung mitzuwirken und dabei helfen möchten eine neue Engagementform zu etablieren. Adressiert werden beispielsweise Pflegestützpunkte, Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros oder Mehrgenerationenhäuser.
Die Tätigkeiten der angehenden Servicepunkte umfassen im lokalen Kontext die Gewinnung von interessierten Einzelpersonen sowie Menschen mit einem Unterstützungs- und Hilfebedarf, die Aufklärung interessierter Einzelpersonen über die Vielfalt möglicher Engagementformen (Clearing), die Information dieser über das Konzept des “Einzelhelfers” sowie die Möglichkeit einer Anerkennung, die individualisierte und strukturierte Beratung, die Vermittlung von Kontakten und das Arrangieren von Erstgesprächen („Matching“). Außerdem steht die fortlaufende Begleitung der Engagementsituation aus Einzelhelfer und Mensch mit Unterstützungs- und Hilfebedarf im Fokus.
Außerdem ist im Zuge der Projektevaluation eine Mitwirkung an einem länderübergreifenden Netzwerk und einer online-Dokumentation notwendig.
Idealerweise verfügen die lokal vernetzten Organisationen bereits über Erfahrungen in der Beratung, der Arbeit mit engagierten Personen und Grundlagenwissen im Bereich der Pflegeversicherung. Eine Teilnahme an den Workshops sollte nach Möglichkeit im Tandem, also mit zwei Mitarbeitenden pro Organisation erfolgen. Den Teilnehmenden sollte ein Internetzugang zur Verfügung stehen.

Länderauswahl

Das KDA kooperiert im Projektzeitraum mit 6 Bundesländern, in denen es unter anderem möglich ist, sich als Einzelperson anerkennen zu lassen. Dies sind Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern.

Teilnehmende Bundesländer

Wir bieten

Qualifizierung Für die teilnehmenden Organisationen bietet das KDA ein Schulungsprogramm im blended learning-Verfahren an. Dieses besteht aus einem eintägigen regionalen Workshop an einem Ort in der Nähe der beteiligten Organisationen und einer anschließenden moderierten Online- Zusammenarbeit. Es werden Grundlagen zur Gewinnung, Information, Beratung, Vermittlung und Begleitung von potenziellen Einzelhelferinnen und Einzelhelfern vermittelt sowie ein gemeinsames Verständnis des Angebotsspektrums erarbeitet und Werkzeuge für den späteren Arbeitsalltag vorgestellt.
Umsetzungsbegleitung Das KDA ist durchgängig für Anfragen der beteiligten Organisationen persönlich, telefonisch und online erreichbar. Es bietet generelle Hilfestellungen und kann bei aufkommenden Problemen den Lösungsprozess unterstützen. Im Bedarfsfall und nach Absprache wird ebenfalls eine gezielte Beratung vor Ort beabsichtigt. Das KDA stellt ferner, zur Stärkung und Vereinheitlichung der Öffentlichkeitsarbeit, den Organisationen ein Kommunikations-Paket zur Verfügung. Darüber hinaus wird eine zentrale Internetplattform (einzelhelfer.de) durch das KDA betrieben und verwaltet. Interessierte Einzelpersonen können sich hier über das Projekt, das Konzept des Einzelhelfers, die landesspezifischen Anerkennungsvoraussetzungen und die Standorte der lokalen Servicepunkte informieren.
Erfahrungsaustausch In jedem der beteiligten Bundesländer besteht für die teilnehmenden Organisationen im Rahmen eines Werkstatt-Tages die Möglichkeit des gemeinsamen Austauschs. Hier können Erfolge sowie Probleme besprochen und diskutiert werden. Außerdem werden problemspezifische Fortbildungen angeboten.
Expertenbeirat Zur Beförderung des Praxistransfers wird ein begleitender Expertenbeirat aus Fachpersonen der Bundesverbände, kommunalen Strukturen und Pflegekassen der Bundesländer und am Projekt beteiligter Personen gebildet.
Finanzielle Unterstützung Die Organisationen können eine Anschubfinanzierung in Form einer Zuwendung in Höhe von einmalig und maximal 6.400,00 € beantragen. Hierfür muss ein Eigenanteil von 10 % eingebracht werden.
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